Gibt es Unterschiede zwischen Allein sein und Vereinsamung?

Foto von Skitterphoto von Pexels

 

Allein sein will nicht jeder, manche haben gelernt damit zu leben. Aber was ist mit den Menschen die allein sind und nicht allein sein wollen?

Es gibt Unterschiede zwischen allein sein und Vereinsamung oder auch einsam sein.

Beim Allein sein ist es so dass man es entweder möchte oder irgendwas im Kopf dir sagt das du allein bist trotz Menschen um einen rum. Vereinsamung ist für mich eine weitere Steigerung von allein sein. Man isoliert sich, das heißt man zieht sich zurück, entweder mit Absicht oder weil es niemanden gibt.

Kleines Beispiel dazu:

Man kann es sich so vorstellen, wenn eine ältere Dame ihr ganzes Leben nie allein gewesen ist, aber auf Dauer immer mehr Bekannte und Freunde versterben. Man fühlt sich allein, vegetiert vor sich hin und man wünscht sich so sehr das jemand bei einem ist.

Vereinsamung bedeutet auch dass man mit sich nichts anzufangen hat. Es ist nicht nur in der älteren Generation so, leider fängt dies auch schon sehr früh an. Allein in der sozialen Welt, schreibt man keine Briefe mehr, sitzt entweder nur vor dem Fernseher oder Rechner. Früher ist man noch zu den Freunden hingegangen um nach einer Verabredung zu fragen. Heute funktioniert alles über Telefon oder Handy.

Klar ich kann nichts gegen die digitale Welt sagen, die sich immer mehr ausbaut und reift.

Zurück zum Thema.

Ab wann kann man sagen dass man allein ist?

Allein kann man sagen wenn die Person die Wohnung oder den Raum verlässt.

Man kann auch allein sein, obwohl um einen rum viele Menschen sind.

Das Wort allein hört man einfach zu oft in vielen Situationen.

 

Kleine Geschichte von mir, über mich

Ich selbst wohnte bis zum 19 Lebensjahr nicht allein. Ich hatte immer Menschen um mich rum, konnte dadurch auch nie richtig lernen mich selbst zu beschäftigen. Als Kind konnte ich es perfekt, ich hatte meine Tiere, meine Spielsachen, Bücher oder Puzzles. Als ich dann in meine erste Wohnung gezogen bin war ich zum ersten Mal richtig allein. Am Anfang war dies noch wunderbar, ich konnte endlich all das machen was ich immer machen wollte. Zu dieser Zeit hatte ich meine erste Ausbildung und war meistens arbeiten. Aber auf Dauer wusste ich mit mir nichts anzufangen, Urlaub was zum Erholen dient, war für mich der blanke Horror. Ich wusste nichts mit mir anzufangen und fand es unerträglich niemand bei mir zu haben. Ich hatte auch nicht viele Freunde, aber ich konnte einfach nicht allein wohnen.

 

Ich kann es bis heute nicht erklären, warum ich es nicht schaffe allein zu sein. Vielleicht Angst vor Vereinsamung? Wer weiß, aber ich denke ich werde dies noch herausfinden.

Es gibt nicht klare Unterschiede zwischen Vereinsamung und dem Allein sein, aber beides ist auf Dauer ungesund.

Das erstaunliche ist aber, wenn man sich ein Horrorfilm anschaut, fühlt man sich nicht mehr allein. Allein da merkt man schon was das Gehirn mit uns macht.

 

Aber eins sollte man sich merken, niemand ist allein auch wenn man das Gefühl hat. Auch wenn Menschen um uns sind, sind wir niemals allein. Ist egal mit was oder mit wem.

JMiddeke

Medien: Pexels.com
%d Bloggern gefällt das: