Bewegungstherapie und warum es wichtig ist für den Erkrankten

Ständig in Bewegung

Wie man aus dem Wort „Bewegungstherapie“ schon heraus lesen kann, geht es um die Bewegung.

Ist Bewegung nicht gleichzusetzen mit Sport?

Ja und Nein. In der Bewegungstherapie geht es darum, sich zu bewegen und um körperlich aktiv zu werden. Es ist nicht so anstrengend, wie Sport, zum Beispiel Basketball, Fußball etc. In Sport sollte man sich ausreichend dehnen und aufwärmen, bevor man mit dem Training beginnt. Sei es nur um eben Badminton zu spielen oder eine Runde Volleyball.  

Was ist Bewegungstherapie überhaupt?

Bewegungstherapie wird medizinisch betreut. In der Bewegungstherapie lernen wir unseren Körper wieder zu spüren und sanft anzufangen die Muskeln wieder zum Arbeiten zu bringen. In der Bewegungstherapie geht es nicht darum, eine Runde um den Block zu drehen und das war es. Nein, es geht darum dass man kleine Spiele mit Bewegungen den Körper zu fördern. Es tut dem Körper und dem Geist gut.

Als ich Bewegungstherapie hatte, das war zweimal in der Woche, fing die Stunde an mit Fragen wie es einem geht und welche Wünsche wir haben. Die Wünsche liefen darauf hinaus, dass wir Spiele aussuchen durften oder einfach nur entspannen durften.

Hinweis: es sind nur Erklärungen wie die einzelnen Spiele abgelaufen sind, die genauen Namen sind mir nicht mehr geläufig.

Hier gibt es 5 Spiele und Übungen die ich mitmachen durfte in der Bewegungstherapie:

  • In einem Kreis stehen, den anderen den Ball zu werfen und dabei den Namen zu sagen, der den Ball fangen soll. In diesem Spiel geht es darum, dass die Person nur einmal pro Runde zu geworfen werden darf. Je nachdem wie gut diese Runde geklappt hat, kann man das Spiel noch ausweiten auf 2-3 Bälle in einer Runde. Dies wird natürlich etwas schwieriger, man muss sich darauf zu konzentrieren mit den Gedanken abzuschweifen, das heißt stets konzentriert bleiben, reagieren wenn der eigene Name gerufen wird. Man sollte dann auch den Ball fangen, sonst kann es bei 2-3 weiteren Bällen zu Komplikationen und in Chaos enden. Ziel ist es stets konzentriert zu bleiben, sich aktiv zu bewegen wenn der Ball zu Hoch fliegt oder zu weit und das man sich von den anderen geworfenen Bällen nicht ablenken lässt.
  • Jeder sucht sich einen Partner aus und nimmt sich einen Holzstab zur Hand. Man soll sich damit nicht gegenseitig zu schlagen, es würde auf Dauer sehr wehtun und man würde schnell von der Therapie ausgeschlossen werden. Es ist wie so eine Art Schwertkampf nur halt mit Holzstäben. Man kann die die Holzstäbe aneinander drücken und Kraft ausüben, aber nicht so stark das der Partner nach hinten rüber fällt. Ziel: Konzentration fördern, Aufmerksamkeit auf den Stab und den Partner lenken, und das man Spaß hat.
  •  Boccia: Dies ist ein Ballspiel, die man gerne draußen auf der Wiese spielt. Bei diesem Spiel gibt es 4 Farben a 2 Bälle und dann gibt es noch einen kleinen weißen Ball, denn der Auserwählte werfen darf. Ziel ist es bei diesem Spiel, seine Bälle so nah wie möglich an den weißen Ball zu werfen. Ich kann nur eins sagen, es ist nicht so einfach wie es aussieht. Es kommt meistens auf den richtigen Schwung und die Wurfrichtung an. Ziel: seine Motorik zu verbessern beim Werfen und zielen und ganz klar um Spaß zu haben.
  • Bei Musik durch den Raum joggen und wen die Musik aus ist, stehen bleiben. Der Letzte der er schafft gewinnt. Ziel: Konzentration auf das joggen plus Musik lenken. Reaktionen zu verbessern und ganz klar spaß haben.
  • Rund-um Übungen um seinen Körper wieder zu spüren wie z.B. Hampelmann, Kniebeuge, im Kreis drehen, dehnen, Arme in die Luft strecken usw.

Was ist das Hauptziel der Therapie?

Erstens um sich wieder zu bewegen und zweitens um auf andere Gedanken zu kommen und Spaß zu haben. Viele Depressive, vernachlässigen den eigenen Körper, bewegen sich weniger, gehen nicht mehr raus oder liegen nur im Bett. Man möchten den Leuten, die Möglichkeiten geben, sich wieder zu bewegen, zu erkennen dass ein bisschen Bewegung gar nicht schlimm ist und auch sogar Spaß machen kann.

Wie war es bei mir?

Es gab bei mir auch ein paar Stunden, wo wir uns gar nicht bewegt haben und uns entspannt haben. Es gab einen super Therapeuten der super auf der Gitarre spielen konnte und es für alle sehr entspannend war. Oder wir haben uns mit Massagebälle gegenseitig den Rücken massiert. Es waren viele Möglichkeiten offen und man hat uns die Chance gegeben, das zu machen vorauf wir am meisten Bock haben. Natürlich hatten wir auch Tage, wo wir keine Lust hatten uns zu bewegen. Meistens war unsere Therapiestunde nach dem Mittagessen, wo wir eh uns satt gegessen haben.

Muss ich eine Bewegungstherapie machen wenn ich mich bewegen will?

Nein musst du nicht, es wird meistens angeboten wenn du stationär bist. Du kannst dich auch Zuhause oder im freien dich bewegen.

Hier ein paar Beispiele was du tun kannst:

  • Spazieren gehen, mal schnell oder auch mal langsam, vielleicht mit ein paar Hopser
  • Walken
  • Hampelmann machen
  • Dehnen
  • Weichen Ball an die Wand werfen und wieder auffangen (kannst dir auch deine Familie oder Partner dazu holen)
  • Seil springen
  • Durch die Wohnung hüpfen, bei dünnen Wänden dann am besten draußen

Es gibt noch mehr Aktivitäten die du machen kannst. Viele Aktivitäten hat was mit Bewegung zu tun.

Fazit: Bewegungstherapie kann den meisten helfen zu lernen seinen Körper wieder zu spüren und Spaß zu haben wenn man sich bewegt.

Was versteht ihr unter Bewegung? Der Gang zur Toilette und zurück oder eher was anderes? Wie bewegt ihr euch? Habt ihr bestimmte Übungen oder Spiele die ihr gerne macht. Schreibt mir gerne in die Kommentare.

JMiddeke

Medien: Pexels.com

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