Borderline und Freundschaft

Wie sieht eine Freundschaft mit jemanden aus, der an Borderline erkrankt ist?

Freundschaft ist für uns Borderliner sehr wichtig. Ohne Freunde fühlt man sich allein und wertlos. Ich hatte am Anfang meiner Erkrankung wenige Freunde bis viele Bekannte. Es war für mich selbst nicht einfach einzusehen, das ich eine Krankheit habe, die nicht heilbar ist und mich ein Leben lang begleitet. Ich hatte in meinem Leben mehrere Klinik-Aufenthalte und konnte mehr über meine Krankheit erfahren und lernen. Ein Erlebnis hat mich zutiefst geschockt. Ich war während meiner Ausbildung mehrmals in der Klinik und dementsprechend selten in der Schule anwesend. Ich hatte zwei Freunde/Bekannte, mit denen ich die Pause verbracht habe. Allerdings versucht man den Personen auch zu erklären, warum man in der Klinik war und weswegen. Da die beiden dann wussten, dass ich nicht so normal bin wie sie, hatten sie sich in rasanter Art und Weise von mir abgewandt und wollten mit mir nichts mehr zu tun haben.

Die Frage ist nur, warum haben die beiden sich von mir abgewandt?

Ich kann da leider nur Vermutungen aussprechen, da ich die Erklärung nicht mehr weiß oder erst gar nicht nachgefragt habe. Meine Vermutung ist, dass die beiden einfach nur Angst hatten, weil sie nicht wussten, wie sie mit mir umgehen sollten. Vielleicht sind Fragen aufgekommen, ob ich wieder in die Klinik muss oder das ich durchdrehe und denen was passiert. Vermutlich war die Angst einfach nur zu groß.

Angst davor, das man der Person nicht helfen kann, wenn das Herz ausgeschüttet wird oder Angst davor, auch mit runtergezogen zu werden.

Dementsprechend möchte ich euch nahe legen, das ihr euch mit diesem Thema beschäftigt, wenn jemand aus eurem Bekannten/Freundeskreis an Borderline erkrankt. Wir sind etwas anders, sind aber auch nur Menschen mit den gleichen Bedürfnissen wie jeder andere auch.

Wahre Freundschaft

Heute habe ich 2 wahre Freunde, die mich so nehmen, wie ich bin und verstehen, dass ich etwas anders bin. Die hören mir zu, wenn ich wieder meine Probleme habe und sie sind für mich da. Eine Freundschaft ist ein Geben und Nehmen. Ich gebe dies auch an meine Freunde zurück. Es ist wichtig, das man seinen engsten Freunden erzählt, woran man erkrankt ist und was die Krankheit überhaupt ist. Vermutlich haben sie auch Angst, dass es Situationen geben könnte, wo ich nicht so reagiere wie Sie es erwarten. Aber man redet dann darüber und versucht es so gut wie möglich zu erklären, wieso, weshalb und warum man so reagiert hat. Nur wenn man seine Freunde miteinbezieht und man darüber offen und ehrlich redet, können sie es verstehen.

Doch, wenn sie es verstehen besteht die große Chance, das die Freundschaft hält. Verschließt man sich ihnen gegenüber oder vertraut man der Person nicht kann die Freundschaft nicht lange erhalten bleiben.

Natürlich möchte man die Person nicht über alles informieren, vielleicht weil man Angst davor hat, wie die Person darauf reagiert. Kommen natürlich Sätze wie: „Das sind alles nur Ausreden oder stell dich nicht so an“, dann versteht die Person vielleicht nicht was wirklich mit dir los ist oder möchte sich gar nicht mit dem Thema befassen.

Offenheit

Es gibt wenige Leute, die offen darüber reden können und das finde ich sehr schade, weil so auch nicht jeder Bescheid wissen kann, wie die Person eigentlich ist. Es ist nicht so schlimm wie es sich anhört aber es ist nur manchmal recht kompliziert mit uns. Lässt man sich aber darauf ein, kann es eine wundervolle Freundschaft werden die Ewig hält.

Seid ihr auch mit einem Borderliner befreundet? Redet ihr über alles? Wie würdet ihr die Freundschaft mit Borderliner beschreiben? Schreibt es mir gerne in die Kommentare.

Vielen Dank fürs Lesen und bis nächstes Mal.

In Liebe eure,

JMiddeke

Medien: Pexels.com
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